Brandy de Jerez - mehr als ein interessanter Name ...

Wie beim Spross einer Adelsfamilie ist die Herkunft eines edlen Brandes häufig
abzuleiten aus seinem Titel. So auch beim Brandy de Jerez: Seine Heimat ist das
südliche Andalusien rund um die Stadt Jerez de la Frontera. Doch was - außer dem
Namen - unterscheidet die „sanfte Glut Andalusiens“ zum Beispiel von den
französischen Vettern?

Die trockenen Grundweine des Brandy de Jerez kommen vorwiegend aus Spaniens
größtem Anbaugebiet La Mancha. Erst zur Destillierung und Reifung findet der Wein
seinen Platz in einer der vielen kirchenschiffartigen Bodegas rund um Jerez de la
Frontera. Und doch ist die Herkunftsbezeichnung gerechtfertigt. Die optimalen
Voraussetzungen für die Verfeinerung und Alterung des Destillats sind nur hier
gewährleistet:

Die klimatischen Einflüsse von feuchter, atlantischer Meeresluft und trockener
südspanischer Landluft sind bedeutsame Faktoren. Wenn der andalusische Sommer zu
heiß wird, dann öffnen die Brandy-Bodegas ihre Türen, um den atlantischen
Sommerwind durch die Hallen wehen zu lassen. Einige Brandy-de-Jerez-Kenner
meinen, die Meeresbrise schmecken zu können.

Unter den mikroklimatischen Bedingungen der Jerez-Region erfolgt der Ausbau zum
Qualitätsprodukt in der traditionellen „Solera“. Es handelt sich um ein Reife-Verfahren,
das auf einer regelmäßigen Vermischung der Destillate beruht, die in mehreren
übereinander liegenden Fass-Reihen lagern. Zur Abfüllung entnimmt der Kellermeister
eine kleine Menge aus der untersten Reihe und füllt die fehlende Menge aus der jeweils
oberen Reihe nach. Das Solera-Verfahren garantiert gleichbleibende Qualität des
Brandy de Jerez. Weil die Destillate oft jahrzehntelang auf diese Weise wandern, kann
eine Jahresangabe beim Brandy de Jerez nicht erfolgen.

Das spezielle Aroma des Brandy de Jerez wird beeinflusst durch die Lagerung in
ehemaligen Sherry-Fässern aus amerikanischer Eiche. Erfahrungsgemäß besitzt nur
dieses Gehölz aus Übersee die spezielle luftdurchlässige Eigenschaft, die für die
Entwicklung des Brandy de Jerez notwendig ist.

Je nach Reifedauer wird zwischen drei Güteklassen unterschieden:
Solera bezeichnet eine Reifedauer von durchschnittlich 18 Monaten. Der Solera Reserva
reift dagegen durchschnittlich drei Jahre. Die Reifezeit der absoluten Premium-Kategorie
Solera Gran Reserva beträgt mindestens drei Jahre, im Durchschnitt jedoch
acht Jahre und teilweise bis zu zehn und 15 Jahren.

Seit 1988 ist die Herkunftsbezeichnung „Brandy de Jerez“ geschützt. Der Consejo
Regulador kontrolliert die Herstellung lückenlos. Er verleiht den Gattungsbegriff nur
den Bränden, die die 44 Artikel eines Regelkatalogs erfüllen.
Trotz des eigenen Charakters jeder Marke ist allen gemeinsam ihre feurige und
gleichzeitig sanfte Note. So macht jeder Brandy de Jerez seinem Namen alle Ehre.